Turkmenistan - Erdgasquelle auch für Europa

Ewige Flamme in Aschgabat, Foto: Olga Buiacova

Turkmenistan ist - neben Kasachstan, Iran, Aserbaidschan und Russland - einer von fünf Anrainern des Kaspischen Meeres. Nach Russland, Iran und Katar verfügt es über die weltweit größten Vorkommen an Erdgas, ist unter den Top Zwölf der Gasproduzenten und einer der sechs größten Gasexporteure weltweit. Mit über 80 Prozent der Exporteinnahmen sind Erdgas, Erdöl und Raffinerieprodukte die überragende Einnahmequelle.

Turkmenistan gilt als ein potenzieller Erdgaslieferant für Europa. Allerdings besteht noch keine Pipeline-Verbindung, die die direkte Lieferung ohne den Umweg über Russland ermöglicht. Hauptabnehmer für turkmenisches Erdgas ist China, mehrere Pipelines aus Turkmenistan nach China wurden bzw. werden gebaut.

Turkmenistan ist von den niedrigen Rohstoffpreisen bisher weniger betroffen. Grund dafür sind langfristig gesicherte Verträge für den Gasexport nach China. Die auf einem relativ geringen Preisniveau vereinbarten Lieferungen sind allerdings bis etwa 2020 vorwiegend für die Tilgung chinesischer Kredite bestimmt.

Die Regierung unter Gurbanguly Berdimukhamedov zeigte zu Anfang der Regierungszeit ab 2007 die Bereitschaft zu Reformen, ist den Erwartungen seitens des Westens allerdings bisher nicht gerecht geworden.

Größte Herausforderungen:

Erhöhung der Attraktivität für internationale Investoren trotz starker Regulierung durch den Staat; Diversifizierung der Wirtschaft zur Verringerung der Rohstoffabhängigkeit.

Eckdaten Turkmenistan

Fläche: 488.100 km²

Einwohner: 5,5 Mio (2016)

Hauptstadt: Aschgabat

Präsident: Gurbanguly Berdimuhamedow (seit 2007)

Währung: Manat, TMT

Internet-TLD: .tm

Landesvorwahl: +993

Wirtschaftliche Kennzahlen