Kirgistan - Politisch uneinig, wirtschaftlich ungewiss

Kirgistan - eines der beiden Bergländer Zentralasiens

Kirgistan - der "Revoluzzer" und formal die einzige Präsidialdemokratie Zentralasiens - hat die politisch bewegteste Geschichte der vergangenen 20 Jahre. Während die Präsidenten in den Nachbarländern noch zu Sowjetzeiten Parteikarriere machten und seit dem Ende der Sowjetunion an der Macht sind, hat Kirgistan mit Almasbek Atambajew den mittlerweile vierten Präsidenten mit eigener Regierung.seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991.

2010 machte Kirgistan weltweit Schlagzeilen, als ein Aufstand gegen die damalige Regierung unter Kurmanbek Bakijew in blutigen ethnischen Ausschreitungen zwischen Kirgisen und der usbekischen Minderheit gipfelte.

Nach den Unruhen setzte der Westen große Erwartungen in Kirgistan - schließlich hatte sich die Bevölkerung per Referendum für den Umbau des politischen Systems zu einer parlamentarischen Demokratie ausgesprochen.

Doch Korruption, Abhängigkeit von internationalen Gebern und häufige Ämterwechsel bestimmen bis heute auch die Wirtschaft des Landes. Auch unter der neuen Präsidenten Almasbek Atambajew ist Kirgistan bis heute die dringend notwendigen politischen und wirtschaftlichen Reformen schuldig geblieben.

Kirgistan ist neben Tadschikistan eines der beiden Bergländer, geprägt von Siebentausendern und unterentwickelter Infrastruktur. Zur eigenen Energieversorgung kann das Land lediglich Wasserkraft und nur lokal wichtige Kohlevorkommen nutzen, hat aber auch einige Ressourcen an Nichteisen-Metallen.

Größte Herausforderungen:

Politische Stabilität; klare  Entwicklungsrichtung und wirtschaftliche Reformen

Eckdaten Kirgistan

Fläche: 199.900 km²

Einwohner: 6,1 Mio (2016)

Hauptstadt: Bischkek

Präsident: Almasbek Atambajew (seit 2011)

Währung: Som, KGS

Internet-TLD: .kg

Landesvorwahl: +996

Wirtschaftliche Kennzahlen