Kirgistan - Wirtschaftliche Kennzahlen

Wirtschaftliche Lage

Mitte 2015 ist Kirgistan der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) beigetreten, in der Hoffnung, von dem neuen Binnenmarkt der Mitgliedsländer zu profitieren. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Russland und Kasachstan, sind derzeit noch keine positiven Auswirkungen zu spüren. Das liegt an der ohnehin problematischen wirtschaftlichen Ausstattung des Landes.

Kirgistan ist im Vergleich zu Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan rohstoffarm. Es hat nur unbedeutende Gas- und Erdölvorkommen, die selbst bei voller Erschließung den einheimischen Bedarf nicht decken könnten.

Die Industrie ist in Kirgistan wenig entwickelt, wichtigste Branchen sind Baustoffgewerbe und Textil- und Bekleidungsindustrie.

Mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent am BIP sind Handel und Dienstleistungen der wichtigste Wirtschaftssektor. Kirgistan ist dank seiner Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation WTO ein regionales Handelszentrum. Vor allem Waren aus China werden hier umgeschlagen und in die Nachbarländer und nach Russland exportiert.

Größte Quelle für Devisen und Steuereinnahmen ist der Bergbau. Das wichtigste Unternehmen mit einem maßgeblichen Anteil internationaler Investitionen ist die Goldmine Kumtor, die der kanadsichen Centerra Gold gehört. 2014 lag der Anteil von Kumtor am kirgisischen BIP bei 7,4%.

Probleme und Perspektiven

Nach wie vor ringt Kirgistan um die Verbesserung des Investitionsklimas. Aktuelle Probleme wie die Wirtschaftskrise in Russland erschweren die wirtschaftliche Entwicklung.

Russland hat geplante Investitionen in mehreren Fällen auf Eis gelegt. Auch kirgisische Gastarbeiter, von denen Hunterttausende in Russland tätig sind, überweisen deutlich weniger Geld in ihr Heimatland.

Unter diesen Umständen gehen wirtschaftliche Reformen nur schleppend voran. Größtes Problem ist in Kirgistan der unzureichende Schutz von Eigentum – er ist zwar gesetzlich garantiert, wird in der Praxis aber nur eingeschränkt umgesetzt.

Unternehmer beklagen weiterhin

  • Rechtsunsicherheit und eingeschränkte Rechtsstaatlichkeit
  • Korruption
  • erratische Steuer-, Zoll- und andere Inspektionen
  • fehlende Vertragstreue und
  • einen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften

Grundsätzlich können sich ausländische Unternehmen in Kirgistan niederlassen. Der Erwerb von Grund und Boden ist für Ausländer jedoch nicht möglich. Dies erschwert die dingliche Absicherung von Krediten.

In der Privatwirtschaft erfolgt die Preisfindung nach marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten. Lediglich bei den wenigen verbliebenen staatlichen Betrieben werden die Preise staatlich festgelegt. Dies betrifft insbesondere den Energiesektor.

Außenwirtschaft

Kirgistan ist ein regionales Handelszentrum. Große, offiziell nur zum Teil erfasste Warenströme, insbesondere aus China, durchqueren das Land auf dem Weg nach Russland und Kasachstan. Nach Angaben aus Regierungskreisen beträgt der Anteil der Schattenwirtschaft um die 40%.

Die wichtigsten Lieferländer Kirgistans sind Russland, China und Kasachstan. Beim sind die wichtigsten Partner die Schweiz, Kasachstan, Russland und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Indikatoren

BIP: 6,4 Mrd USD (2017, Prognose)

BIP pro Kopf: 1.042 USD (2017, Prognose)

Exporte nach D: 15,4 Mio. Euro (2016, 20,6%)

Importe aus D: 48,4 Mio. Euro (2016, -5,1%)

(Quelle: IWF, GTAI)

Außenhandelsstatistik