Turkmenistan - Wirtschaftliche Kennzahlen

Wirtschaftliche Lage

Turkmenistan hat nach Russland, Iran und Katar die weltweit größten Vorkommen an Erdgas, ist unter den Top Zwölf der Gasproduzenten und einer der sechs größten Gasexporteure weltweit. Mit über 80 Prozent der Exporteinnahmen sind Erdgas, Erdöl und Raffinerieprodukte bisher die überragende Einnahmequelle.

Das Land versucht eine vorsichtige Öffnung für ausländische Investoren. Kern wirtschaftlicher Reformversuche ist, wie auch in Kasachstan und Usbekistan, den ebenfalls in erster Linie von Rohstoffen abhängigen Nachbarländern, die Diversifizierung der Industrie.

In den kommenden Jahren sollen erhebliche Investitionen in große staatliche Industrie- Infrastrukturprojekte fließen. Dies ermöglicht gute Chancen für die Zulieferindustrie. Zudem ergibt sich im Rahmen von Programmen für die Importsubstitution und die Stärkung der Exportwirtschaft ein Bedarf an Technologielieferungen.

Probleme und Perspektiven

Die Markterschließung in Turkmenistan ist nicht einfach. Dem Wunsch des Landes, für ausländische Partner attraktiver zu werden, stehen entgegen:

  • eine starke staatliche Reglementierung der Wirtschaft
  • bürokratische Entscheidungswege
  • das Zögern der Regierung in Aschgabat gegenüber marktorientierten Reformen
  • politische motivierte Ausschreibungen
  • ein restriktives Visaregime
  • weit verbreitete Korruption
  • ein nicht entwickeltes Bildungssystem
  • der Missbrauch von Öl- und Gaseinnahmen

Statistische Daten, darunter auch Wirtschaftsindikatoren, gelten in Turkmenistan als strategische Informationen und sind daher offiziell nicht zugänglich. Zwar gibt es eine Agentur für Statistik, aber Angaben zum tatsächlichen BIP-Wachstum beispielsweise sind nicht bekannt.

Die derzeit entwicklungsstärksten Sektoren, in denen Ausbau und staatliche Investitionen geplant sind:

  • Öl- und Gaskondensat-Förderung
  • Ölverarbeitung
  • Lebensmittelindustrie
  • Leichtindustrie
  • Baustoffindustrie
  • chemische Industrie
  • Logistik
  • Transport und Verkehrswesen

Außenwirtschaft

Nachdem der Außenhandel 2014 mit 36,4 Mrd. USD einen Rekord verbucht hatte, brach er 2015 um knapp ein Drittel auf etwa auf das Niveau von 2011 ein. Die Exporte schrumpften um 38,5% auf 12,2 Mrd. USD. Hauptgründe waren geringere Gasexporte nach Russland und die auf dem Weltmarkt gesunkenen Preise für Gas, Öl sowie Ölprodukte. - Erdgas, Ölprodukte und Erdöl machen in Turkmenistan um die 90 Prozent des Exports aus.

Turkmenische Exporte nach Deutschland gibt es nur in geringem Umfang, sie beschränken sich im Wesentlichen auf Öl und Ölprodukte sowie Textilien und Bekleidung.

Im Importgeschäft dominieren

  • technische Ausrüstungen
  • Roh- und Hilfsstoffe sowie sonstige Materialien für die Produktion
  • Transportmittel/Kfz-Teile
  • Lebensmittel und
  • Nonfood-Konsumgüter inklusive Arzneimittel.

Wichtige Importpartner Turkmenistans sind die Türkei, China, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Iran, Frankreich und Deutschland sowie die Ukraine und Kasachstan, die meisten Exporte gehen nach Russland, China und in den Iran.

Auf Lieferanten aus Deutschland entfielen in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt knapp ein Sechstel aller turkmenischen Importe von Maschinen und Ausrüstungen (Technologien für die Lebensmittel-, Textil-, petrochemische und chemische Industrie, Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung, Bautechnik) und ein Siebentel der Arzneimittel- und Kfz-Importe.

Indikatoren

BIP: 39,6 Mrd USD (2017, Prognose)

BIP pro Kopf: 7.144 USD (2017, Prognose)

Exporte nach D: 51,2 Mio. Euro (2016, 440,0%)

Importe aus D: 355,4 Mio. Euro (2016, 16,3%)

(Quelle: IWF, Bundesamt für Statistik)

Außenhandelsstatistik