Usbekistan - Wirtschaftliche Kennzahlen

Wirtschaftliche Lage

Usbekistan  ist  das  bevölkerungsreichste  Land  Zentralasiens  und  nach Kasachstan das wirtschaftlich bedeutendste. Zu Beginn der 90er Jahre galt Usbekistan als die „wirtschaftliche Lokomotive“ Zentralasiens; durch ein aufgrund steigender Rohstoffpreise erstarkendes Kasachstan und eine ab 1996 zunehmend restriktivere Wirtschaftspolitik verlor Usbekistan seine Führungsrolle an Kasachstan.

Usbekistan profitiert vor allem von einem entwickelten, wenn auch ausbaufähigen Öl- und Gassektor, hat aber auch – als einziges Land in Zentralasien – eine entwickelten Automobil- und Fahrzeugbranche, Zudem ist es einer der weltweit größten Baumwollproduzenten.

Vorteile für internationale Wirtschaftsakteure sind der große Verbrauchermarkt sowie die geringen Energie- und Arbeitskosten.

Probleme und Perspektiven

Die usbekische Wirtschaft ist staatlich dominiert, keineswegs voll diversifiziert und von einem System der Devisenbewirtschaftung geprägt.

Das Wachstum der Gesamtwirtschaft ist unbestritten. Die ausgewiesenen Zuwächse aber, sind überzeichnet. Unterbewertete Verbraucherpreisindizes, eine intransparente Wechselkurspolitik und unklare Erhebungsmethoden sind kritisch zu hinterfragen. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass die Krise in Russland, die Währungsturbulenzen in vielen GUS-Republiken, geringe Preise für Hauptexportgüter (Gas, Metalle und Baumwolle) und die Einbrüche bei den privaten Geldüberweisungen usbekischer Gastarbeiter aus dem Ausland die Wirtschaft kaum beeinflussen.

Die Entwicklung eines freien Unternehmertums hat bestenfalls begonnen. Problematisch für den Klein- und Mittelstand und auch für in Usbekistan aktive deutsche Unternehmen sind:.

  • Probleme im Geldverkehr (Devisenbewirtschaftung, Beschränkungen beim Bargeldzugang und beim Zugang zum eigenen Konto mit dem Ziel der Verringerung des Bargeldumlaufs, ein aus der Devisenbewirtschaftung resultierender Devisenschwarzmarkt)
  • Daraus resultierende Schwierigkeiten für Importe im nichtstaatlichen Sektor
  • Bürokratie und Korruption
  • Hohe Kreditzinsen
  • Staatliche Monopole in vielen Branchen

Die Strategie der usbekischen Regierung ist es, die verarbeitende Industrie zu entwickeln, um sich von der Rohstoffabhängigkeit zu lösen. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf:

  • Textil- und Bekleidungsindustrie
  • Gasförderung und -verarbeitung
  • Stromerzeugung und -verteilung
  • Modernisierung/Ausbau der Transportinfrastruktur
  • Chemie- und Baustoffindustrie
  • Lebensmittelindustrie
  • Mobilfunk
  • Trinkwasserversorgung und Bewässerungswirtschaft,
  • Modernisierung/Neubau sowie Ausstattung von allgemeinbildenden Schulen, Berufsschulen und Gymnasien

Außenwirtschaft

Der Außenhandel durchlebt eine große Schwächephase.Gegenüber dem Vorjahr sind die Exporte 2015 um 11,2% auf 12,4 Mrd. USD, die Importe um 8,8 auf 12,8 Mrd. USD zurückgegangen.

Die negative Entwicklung der Exporte ist auf geringe Preise für wichtige Exportgüter, Minderlieferungen von Gas und die wirtschaftlichen und Währungsturbulenzen in den Hauptpartnerländern der GUS (Russland und Kasachstan) zurückzuführen. Mehrlieferungen von verarbeiteten Erzeugnissen (Textilien/Bekleidung, Nahrungsmittel und Chemieerzeugnisse) und Dienstleistungen konnten nur für einen kleinen Ausgleich sorgen. Usbekistan verfügt über erhebliche, bislang aber nur wenig genutzte, Ressourcen für eine signifikante Belebung der Exporte.

Der Importrückgang ist den stark schrumpfenden privaten Geldzuflüssen aus dem Ausland, unbeständigen Währungskursen der Lieferländer und im Inland, neuen protektionistischen Regelungen und schwachen Modernisierungs- und Ausbauaktivitäten im verarbeitenden Gewerbe geschuldet. Eine signifikante Wiederbelebung der Importe ist 2016 nicht zu erwarten. Marktkenner erwarten eher einen weiteren Rückgang.

Die wichtigsten Exportpartner sind Russland, Kasachstan und China, importiert wird am meisten aus Russland, Süd-Korea und China (12,3%).

Für Deutschland ist Usbekistan vor allem Absatzmarkt für Maschinen, Kfz/Kfz-Teile, Mess- und Regeltechnik, Arzneimittel und Erzeugnisse der Elektrotechnik und Elektronik.

Indikatoren

BIP: 223,8 Mrd USD (2017, Prognose)

BIP pro Kopf: 7.056 USD (2017, Prognose)

Exporte nach D: 24,3 Mio. Euro (2016, 35,6%)

Importe aus D: 435,4 Mio. Euro (2016, 3,2%)

(Quelle: IWF, GTAI)

Außenhandelsstatistik