Visa-Bestimmungen für Kasachstan, gültig seit März 2013, aktualisiert im August 2017 mehr

Duale Berufsausbildung in Kasachstan landesweit eingeführt

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09.08.16 Deutschland, Kasachstan, Berufsbildung & Fachkräfte, Verbandsnachrichten

Auf der Grundlage der Rechtsverordnung des Premierministers „Roadmap zur Einführung der dualen Berufsausbildung“ und beraten durch die GIZ konnte ein erster Rechtsrahmen zur landesweiten Einführung der dualen Berufsausbildung in Kasachstan geschaffen werden:

Mit Änderungen des Bildungs- und der Arbeitsgesetzes (vom 13. November 2015) und mit dem Erlass der Verordnung des Bildungsministers zur Organisation der dualen Berufsausbildung in Kasachstan vom 21. Januar 2016 wurde die duale Berufsausbildung in Kasachstan erstmals als Regelausbildung eingeführt. Die Reform hat dabei wesentliche Erfahrungen der dualen Berufsausbildung in Deutschland übernommen.

Was ist neu?

 

  1. Der nationalen und den regionalen Unternehmerkammern kommt bei der Modernisierung und Implementierung der dualen Berufsausbildung eine zentrale Rolle zu. In enger Abstimmung mit den Unternehmen koordiniert sie die Einführung neuer Berufe und die Erarbeitung dualer Ausbildungsordnungen. Grundlage dafür können z.B. auch deutsche Berufe und Ausbildungsordnungen sein, die an die spezifischen Rahmenbedingungen Kasachstans angepasst werden. Daneben ist sie an der Organisation der Zwischen- und Abschlussprüfungen beteiligt. Offen ist noch, wie die Zertifizierung der Berufsabschlüsse geregelt werden wird.
  2. Die duale Berufsausbildung findet zu ca. 60 % im Betrieb oder in einer überbetrieblichen Ausbildungsstätte und zu 40 % in einem College statt. Während der betrieblichen Berufsausbildung hat der Auszubildende den Status eines „Facharbeiters“ und in der Ausbildung im College den Status eines Studenten. Damit kann der Auszubildende im Betrieb nach seinem Lernstand produktive Tätigkeiten durchführen. Dafür kann dem Auszubildenden eine Ausbildungsvergütung (eine so genannte Kompensationszahlung) gewährt werden, die dann nicht weniger als der Mindestlohn sein soll.
  3. Die Auswahl der Auszubildenden trifft der Ausbildungsbetrieb, indem er mit ihm einen Ausbildungsvertrag abschließt, der von der regionalen Unternehmerkammer registriert wird. Voraussetzung dafür ist, dass der Auszubildende die schulischen Voraussetzungen zur Aufnahme der Berufsausbildung erfüllt.
  4. Die Organisation der dualen Berufsausbildung wird jeweils von der Unternehmerkammer in Abstimmung mit dem Akimat geregelt.

Welche Möglichkeiten bieten sich interessierten Unternehmen in Kasachstan?

  1. Unternehmen können bereits die in einigen Regionen entwickelte duale Berufsausbildung an ihrem Standort nutzbar machen. Informationen dazu kann die regionale Unternehmerkammer geben. 
  2. Konkrete Ausbildungserfordernisse z.B. durch Einführung neuer Berufe oder der Anpassung von Ausbildungsordnungen für bestehende Berufe müssen über die regionale Unternehmerkammer initiiert werden.
  3. Soweit Unternehmen ein gezieltes Interesse daran haben, ihre Ausbildungsleistungen für die Entwicklung nationaler Standards einbringen wollen, können sie im Rahmen von PPP unter Umständen auch Budgets des BMZ beantragen.

Autor; Rainer Goertz, GIZ