Auslandsverschuldung Kirgistans gegenüber China steigt dramatisch

Kirgistan
24.04.18 Banken & Finanzen, Kirgistan, Außenwirtschaft, Investitionen & Investoren

(trend) – In den vergangenen fünf Jahren ist Chinas Anteil an der Auslandsverschuldung Kirgistans von zwei Prozent auf 44 Prozent gestiegen. Das gab Akylbek Japarov, Mitglied der Bir-Bol-Fraktion im kirgisischen Parlament und ehemaliger Finanzminister, bei einem Treffen mit Journalisten bekannt.

Demnach liege die Verschuldung des Landes derzeit bei 58 Prozent des BIP. Im Jahr 2018 rechnet das Parlament mit einer Höhe von 191 Mio. USD. Innerhalb der nächsten fünf Jahre, so Japarov, könnte die Auslandsverschuldung auf 320 Mio. USD steigen – eine enorme Belastung für das zentralasiatische Land.

Japarov zeigte sich insbesondere besorgt über die Höhe der Schulden Kirgistans gegenüber China. Ihm zufolge muss Kirgistan innerhalb von fünf Jahren 1,5 Mrd. USD an die Export-Import-Bank Chinas zurückzahlen.

„Dies ist das Ergebnis einer falschen Kreditpolitik“, so der Abgeordnete. „Die Vereinbarungen mit der chinesischen Export-Import-Bank sehen vor, dass die Schulden nicht abgeschrieben werden müssen und ihre Laufzeit verlängert wird.“ Japarov, der 2012 selbst Finanzminister Kirgistans war, habe sich damals geweigert, solchen Bedingungen zuzustimmen. Er sei daraufhin seines Amtes enthoben worden. Seine Nachfolger hätten eine lockerere Politik betrieben, was zur jetzigen hohen Verschuldung geführt habe.