Deutsch-kasachisches Wirtschaftsforum im Zeichen der Digitalisierung

DeutschlandKasachstan
06.10.18 Deutschland, Kasachstan

Am 5. Oktober hat in Almaty der 20. Tag der deutschen Wirtschaft in Kasachstan stattgefunden. In diesem Jahr verzeichnete das wichtigste deutsch-kasachische Wirtschaftsforum, das seit mehr als 20 Jahren jährlich stattfindet, einen Besucherrekord: Mehr als 300 zum Teil hochrangige Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und Organisationen aus beiden Ländern waren der Einladung der Delegation der deutschen Wirtschaft für Zentralasien und des Verbandes der deutschen Wirtschaft in der Republik Kasachstan (VDW) gefolgt.

Eröffnet wurde das Wirtschaftsforum durch Dr. Robert Breitner, Delegierter der deutschen Wirtschaft für Zentralasien und Vorsitzender des Verbandes der deutschen Wirtschaft in Kasachstan, Dr. Tilo Klinner, den deutscher Botschafter in Kasachstan, Timur Toktabayev, Vizeminister für Investitionen und Entwicklung der Republik Kasachstan, Azamat Rakhimov, stellvertretender Leiter der Verwaltung für Unternehmertum und Entwicklung der Stadt Almaty sowie Tankred Schipanski, Mitglied des deutschen Bundestages und  digitalpolitischer Sprecher der CDU/CSU Fraktion.

Thematisch stand in diesem Jahr die Digitalisierung im Mittelpunkt, eine der wichtigsten Entwicklungsrichtungen, die die Wirtschaft Kasachstans in den kommenden Jahren bestimmen soll. In zwei Panels – zum einen zur Digitalisierung im Bankenwesen, zum anderen zur dualen Ausbildung im Zeitalter der Digitalisierung – hatten die Veranstalter das Thema aufgegriffen.

„Bei der Digitalisierung in Kasachstan geht es nicht nur um die Einführung moderner Technologien“, so Torsten Thieme, Direktor für Digitalisierung beim Beratungsunternehmen PwC, „sondern vor allem um Management-Standards, die das gesamte Wirtschaftsleben verändern werden.“

Thieme schilderte in einem der vier thematisch ausgerichteten Panels die Erfahrungen seines Unternehmens im Bereich Digitalisierung. Er sieht gute Chancen, „dass Kasachstan aufgrund der Digitalisierungsinitiative in vielen Bereichen der Fertigung und des Dienstleistungssektors für internationale Investoren interessant werden wird.“ Auch die geographische Lage sei ideal und spreche für einen Entwicklungsschub, so Thieme.

Die Resonanz zu diesem Thema, aber auch zu Fragen rund um den Agrarsektor und zum Management von Wasserressourcen, die anderen Schwerpunkte, stießen auf großes Interesse der Teilnehmer.

Die teilnehmenden Unternehmen aus Kasachstan und Deutschland hatten die Möglichkeit, sich während der gesamten Veranstaltung an Informationsständen im Foyer zu präsentieren. Unternehmensvertreter, darunter von Quehenberger Logistics, dem Pumpenhersteller Wilo, oder den Beraterfirmen RSP International und Rödl & Partner freuten sich über das besondere Interesse der Gäste an den Informationsständen in diesem Jahr.

„Die hohe Teilnehmerzahl hat uns überrascht und gefreut zugleich“, so Dr. Robert Breitner,. „Andererseits ist Kasachstan in unseren Augen ein so verlässlicher Partner mit einem enormen Wirtschaftspotenzial, dass wir davon ausgehen, dass das Interesse auch in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen wird.“

Deutsche Unternehmen suchten gezielt nach Partnern in der Region, eben weil Zentralasien „eine besonders verbindende Rolle zwischen Ost und West, zwischen Russland, China und Europa“ habe. „Gerade Kasachstan mit seinen in den vergangenen 20 Jahren strategisch entwickelten und gewachsenen Wirtschaftsstrukturen“, so Breitner, „ist dabei die erste Adresse für deutsche Unternehmen mit Interesse an neuen Märkten.“

Nach dem Wirtschaftstag fand schon traditionell das Oktoberfest im Hotel InterContinental Almaty statt. Eröffnet wurde es unter anderem vom kasachischen Vize-Außenminister Roman Vassilenko, der noch kurz zuvor das Mitglied des deutschen Bundestages und den Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Russland und Zentralasien, Dirk Wiese, in Astana empfangen hatte.

Ein besonderer Dank der Veranstalter gilt den Sponsoren: Der Wirtschaftstag gewinnt mit jedem Jahr an größerer Bedeutung und wäre ohne die tatkräftige Unterstützung durch die Mitgliedsunternehmen des VDW nicht möglich. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei RSP International, Bayer Kasachstan, Knauf Gips Kaptschagaj, Petroline, Quehenberger, Mercur Auto sowie der Konrad Adenauer-Stiftung in Kasachstan, die in diesem Jahr durch ihr Sponsoring zum Gelingen des Wirtschaftstages beitragen.