Deutsch-usbekische Regierungsarbeitsgruppe für Handel und Investitionen tagt in Taschkent

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18.10.18 Usbekistan, Deutschland, Außenwirtschaft

(uzdaily) - Am 18. Oktober fand im Investitionsausschuss der Republik Usbekistan das 15. Treffen der deutsch-usbekischen Regierungsarbeitsgruppe für Handel und Investitionen statt.

Von usbekischer Seite waren unter anderem die Ministerien für Außenhandel, Landwirtschaft und Innovative Entwicklung sowie das staatliche Komitee für Tourismusentwicklung beteiligt.

Die deutsche Delegation umfasste Experten aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, aus der Delegation der deutschen Wirtschaft für Zentralasien, dem Ostausschuss der deutschen Wirtschaft, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie von Germany Trade & Invest.

Geleitet wurde die Sitzung der Regierungsarbeitsgruppe durch Lazis Kudratov, erster stellvertretender Vorsitzender des staatlichen Investitionsausschusses der Republik Usbekistan, und Eckhard Franz, Leiter der Abteilung für Außenwirtschaftspolitik beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi). Auch der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Usbekistan, Günther Overfeld, begrüßte die Teilnehmer des Treffens.

Laziz Kudratov lobte das bisherige Engagement deutscher Investoren in Usbekistan. Darunter seien beispielsweise die ACL Autentik Produkte GmbH, die in Usbekistan Medizintechnik produziert, der Baustoffproduzent Knauf, die AKA Investment Holding, die Tanks für Ölprodukte herstellt. Zudem gebe es zahlreiche Projekte auf dem Gebiet der Landtechnik und der Elektroindustrie.

Die Regierungsarbeitsgruppe für Handel und Investitionen sowie der deutsch-usbekische Wirtschaftsrat gehören zu den wichtigsten Mechanismen bei der Entwicklung der bilateralen Beziehungen beider Länder in den Bereichen Investitionskooperation, Handel, Bank- und Finanzdienstleistungen, Energie, Bildung, wissenschaftliche Entwicklung, nachhaltige Entwicklung und Umweltschutz.

Zum 1. Oktober 2018 waren 147 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung in Usbekistan registriert, davon 102 Joint Ventures, 45 mit 100 Prozent Kapitalbeteiligung aus Deutschland.

Usbekistan hat mit den Sonderwirtschaftszonen in Navoi und Angren zudem günstige Bedingungen für internationale Investoren geschaffen, von denen auch deutsche Firmen profitieren.

In einem Interview mit usbekischen Journalisten sagte Eckhard Franz vom BMWi, dass während des Treffens viele Fragen zur Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Landwirtschaft, Banken und Finanzen sowie zu Rahmenbedingungen für die Wirtschaftstätigkeit ausländischer Unternehmen, die ihre Aktivitäten in Usbekistan erweitern möchten, diskutiert worden seien.

Franz betonte, dass die deutschen Vertreter der Delegation sehr beeindruckt seien von der Umsetzung von Reformen der letzten zwei Jahre, die zweifellos zu einer Belebung der Wirtschaftstätigkeit geführt hätten. Dies werde weitere Dynamik in die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern bringen.

„Wir haben zur Kenntnis genommen“, so Franz, „dass Usbekistan beispielsweise im „Doing-Business“-Report der Weltbank im Ranking gestiegen ist. Und wir glauben, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird. „In der nächsten Zeit erwarten wir eine Reihe hochrangiger Politiker aus Usbekistan in Deutschland.“ Dies sei auch ein Zeichen dafür, so Franz, dass das Niveau der Beziehungen beider Länder sehr gut sei und ein hohes Potenzial bestehe, es weiter zu entwickeln.

Während der Sitzung wurde darüber hinaus auch die Zusammenarbeit im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen diskutiert, die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften sowie die Schaffung einer speziellen Industriezone als öffentliche Aktiengesellschaft.

Der Delegation aus Deutschland gehörten auch zahlreiche Vertreter deutscher Unternehmen an. Jörg Bongartz, Direktor für Zentral- und Osteuropa bei der Deutschen Bank, lobte die langjährige Zusammenarbeit seines Unternehmens, das seit 1992 Kooperationen mit Banken aus Usbekistan verfolge. „Wir finanzieren Projekte nicht nur mit deutschen Partnern“, so Bongartz. „In den vergangenen Jahren waren in unserem Portfolio auch große Projekte wie der Import usbekischer Produkten aus Spanien und Frankreich nach Italien. Kürzlich haben wir einen Darlehensvertrag über die Finanzierung im Öl- und Gassektor unterzeichnet.“

Bongartz begrüßte die regelmäßigen Sitzungen der Regierungsarbeitsgruppe, die auf einen „aktiven Dialog“ zwischen den Ländern hinwiesen. Es sei bemerkenswert, dass das Interesse deutscher Unternehmen wachse. Es müssten jedoch weitere Investoren für den Kapitalmarkt gewonnen werden.