Deutsch-Usbekisches Business-Forum: Vereinbarungen über vier Mrd. USD unterzeichnet

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16.01.19 Deutschland, Usbekistan

© AHK Zentralasien

Im Vorfeld des Besuchs des usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev in Deutschland vom 21. bis 23. Januar hat am 14. Januar in Berlin das Deutsch-Usbekische Business-Forum stattgefunden. Der Einladung des Staatlichen Investitionsausschusses der Republik Usbekistan und des Ost-Ausschusses – Osteuropavereins der deutschen Wirtschaft (OAEV) waren mehr als 300 Vertreter aus Politik und Wirtschaft beider Länder gefolgt.

Von deutscher Seite nahmen Klaus Mangold, Mitglied des Präsidiums des OAEV, Eckhard Franz, Leiter der Abteilung Außenwirtschaftspolitik beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Volker Treier, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), sowie Jürgen Rigterink, Erster Vizepräsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) teil.

Sukhrob Holmuradov, stellvertretender Premierminister und Vorsitzender Staatlichen Investitionsausschusses, leitete die usbekische Delegation.

Während des Wirtschaftsforums wurden Vereinbarungen über die Umsetzung von Projekten im Gesamtwert von mehr als vier Milliarden US-Dollar unterzeichnet, unter anderem durch ThyssenKrupp, Linde, Takraf, Siemens, Fresenius Medical Care, Knauf, Plaza Hotel und den RIMC Hotels & Resorts. Auch Deutsche Bank, Commerzbank und KfW vereinbarten die Kreditvergabe an usbekische Geschäftsbanken zur Finanzierung von Projekten in Usbekistan.

Erstmals enthalten die Vereinbarungen die Möglichkeit, dass private Unternehmen in Usbekistan Projekte auf Kosten von Kreditlinien deutscher Banken umsetzen können, insbesondere den Kauf von deutschen Technologien und Ausrüstungen.

Während des Forums unterzeichnete auch die EBRD Vereinbarungen im Wert von 516 Mio. USD zur Umsetzung von Projekten im Energiesektor und für das Recycling von Haushaltsabfällen.

Die deutsche Seite zeigte sich positiv überrascht von den Reformen, die in den zwei Jahren der Präsidentschaft von Shavkat Mirziyoyev umgesetzt und auf den Weg gebracht wurden.

Klaus Mangold, Präsidiumsmitglied des OAEV, lobte die Impulse, die von Usbekistan für die gesamte Region Zentralasien ausgingen: „Insbesondere der Schwerpunkt auf der verarbeitenden Industrie, durch den Usbekistan sich von den anderen Ländern in Zentralasien unterscheidet, ist für die deutsche Wirtschaft ein bedeutender Standortvorteil.“ Konkurrenzdenken zwischen Usbekistan und Kasachstan habe er bisher nicht ausmachen können: „Mir gegenüber haben kasachische Unternehmen immer wieder versichert, dass sie die Entwicklung in Usbekistan als Entwicklungsmotor auch für das eigene Land wahrnehmen“, so der deutsche Manager.

Jürgen Rigterink von der EBRD lobte die Reformprozesse der usbekischen Regierung. „Aber“, so betonte er, „es ist noch ein langer Weg, um unsere Erwartungen an ein verlässliches Investitionsklima zu erfüllen.“

Usbekistan ist nach Kasachstan der zweitwichtigste Wirtschaftspartner Deutschlands in Zentralasien.

Die Außenwirtschaftsbilanz Deutschlands mit Usbekistan lag im Jahr 2017 bei rund 606,4 Mio. Euro. Kasachstan und Deutschland dagegen setzten mit 4,86 Mrd. Euro achtmal mehr Waren und Dienstleistungen um.  

Von Januar bis Oktober 2018 betrug die Außenwirtschaftsbilanz Deutschlands mit Usbekistan bei mehr als 542,3 Mio. Euro, eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 15 Prozent.