Gazprom will ab 2019 wieder Gas aus Turkmenistan kaufen

Turkmenistan
20.10.18 Öl & Gas, Turkmenistan, Russland

(azathabar) - Russlands staatlicher Gaskonzern Gazprom werde im kommenden Jahr die Importe von Erdgas aus Turkmenistan wieder aufnehmen, sagte der Gazprom-Vorstandsvorsitzende Aleksei Miller bei einem Besuch in Aschgabat am 9. Oktober.

Russland hatte die Importe aus Turkmenistan vor drei Jahren gestoppt.

In einem Interview mit Turkmenistans staatlichem Fernsehsender anlässlich seines Besuchs sagte Miller: „Wir sprechen über die Wiederaufnahme der Käufe von turkmenischem Gas durch Gazprom in sehr naher Zukunft – ab dem 1. Januar 2019“. Die Verhandlungen über Details des neuen Vertrages seien allerdings noch nicht abgeschlossen.

Russland war einst der führende Importeur von turkmenischem Gas, bis es zu Beginn dieses Jahrzehnts von China verdrängt wurde. Die billigen Importe aus Turkmenistan und anderen zentralasiatischen Ländern hatten es Russland ermöglicht, seine Exporte nach Europa anzukurbeln.

Im Jahr 2015 kündigte Gazprom seine Absicht an, die Importe von turkmenischem Gas auf vier Milliarden Kubikmeter pro Jahr zu senken, im Vergleich zu den zehn Milliarden, die es seit 2010 importiert hatte.

Die Verhandlungen zwischen beiden Ländern führten zu Streitigkeiten, die darin gipfelten, dass Russland die Anfang 2016 angekündigten Ankäufe einstellte. Die turkmenische Wirtschaft, die einseitig von Kohlenwasserstoff-Exporten abhängig ist und dies nahezu als einzige Quelle für Devisen zur Verfügung hat, geriet erheblich unter Druck. China trat an die Stelle Russlands als wichtigster Export-Partner Turkmenistans.

Die Gaslieferungen von Turkmenistan entlang der zentralasiatisch-chinesischen Pipeline nach China belaufen sich derzeit auf 30 bis 40 Milliarden Kubikmeter pro Jahr.

Ein großer Teil der Einnahmen aus den Verkäufen Turkmenistans nach China soll zur Tilgung von Schulden für den Bau der Pipelineverbindung verwendet werden, die auch die Nachbarstaaten Usbekistan und Kasachstan durchquert und von Peking finanziert worden war.

Turkmenistan, das über die viertgrößten Gasreserven der Welt verfügt, exportierte ähnliche Gasmengen nach Russland, bevor die Exporte nach einer mysteriösen Pipelineexplosion, die 2009 während eines Preisstreits stattfand, dramatisch zurückgingen.