Kasachstan setzt auf deutsche Erfahrungen bei der Entwicklung des Nichtrohstoff-Sektors

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12.12.18 Deutschland, Kasachstan

(tengrinews) – In Berlin hat Anfang Dezember die 11. Sitzung des deutsch-kasachischen Wirtschaftsrats zur strategischen Zusammenarbeit stattgefunden. Zur kasachischen Delegation gehörten der Co-Vorsitzende des Rates und Vorsitzender der Unternehmerkammer Atameken Timur Kulibayev, der Botschafter der Republik Kasachstan in der Bundesrepublik Deutschland Bolat Nusupov sowie Vertreter kasachischer Unternehmen.

Hauptthemen der Diskussion waren potenzielle Investitionsprojekte und die Stärkung der Geschäftsbeziehungen zwischen Deutschland und Kasachstan. Kulibayev erklärte bei dem Treffen, dass Unternehmen beider Länder in den vergangenen vier Jahren mehr als 20 Verträge im Wert von über zwei Milliarden Euro unterzeichnet hätten.

Er zeigte sich zuversichtlich, dass geplante Projekte erfolgreich umgesetzt würden, insbesondere vor dem Hintergrund der durch den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew geforderten Diversifizierung der Wirtschaft. „Die deutsche Wirtschaft“, so Kulibayev, „investiert mehr als 90 Prozent ihrer Mittel außerhalb des Rohstoffsektors. Wir begrüßen diesen Schwerpunkt sehr.“

Kulibayev sprach in Berlin zudem über die Bedingungen, die die kasachische Regierung zu schaffen gewillt ist, um das Geschäftsklima in Kasachstan zu verbessern und das Land attraktiv für ausländische Investitionen zu machen. Die Unternehmerkammer Atameken arbeite aktiv mit ausländischen Unternehmen zusammen. „Sie sagen uns direkt, welche staatlichen Kontrollfunktionen für Unternehmen behilflich, welche hinderlich sind. Laut unseren Investoren ist in Kasachstan ein aktiver Prozess im Gange, um die Gesetzgebung und Investitionsbedingungen zu verbessern“.

Kulibayev betonte zudem das Potenzial der Zusammenarbeit im Landwirtschaftssektor. „Kasachstan hat eine riesige Fläche, aber wir brauchen neue Technologien für die Weiterverarbeitung landwirtschaftlicher Produkte. Als Märkte kommen die Eurasische Wirtschaftsunion sowie China in Frage. Dort besteht ein enormer Bedarf, aber um diesen zu bedienen, müssen wir effizienter  produzieren.“ Deutschland könne da mit seiner Erfahrung enorme Hilfe leisten.

Der Chef der Unternehmerkammer betonte die Bedeutung der Interaktion mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ )bei der Umsetzung des dualen Ausbildungssystems in Kasachstan.

„Wir haben heute 280 Colleges und 3.000 Unternehmen, die mit Modellen der dualen Berufsbildung arbeiten, die uns deutsche Kollegen näher gebracht haben. Diese Erfahrung ist für Kasachstan sehr nützlich“, so Kulibayev.

Kulibayev wies darauf hin, dass Kasachstan und Deutschland im Rahmen des Wirtschaftsrates weiterhin versuchen würden, bestehende Probleme der Zusammenarbeit zu lösen.