Lukaschenko zu Staatsbesuch in Tadschikistan

Tadschikistan
17.05.18 Tadschikistan, Weißrussland, Regionalpolitik

(ria) – Der Präsident von Belarus, Alexander Lukaschenko, weilte am 15. und 16. Mai zu einem Staatsbesuch in Tadschikistan. Das letzte Mal hatte Lukaschenko Duschanbe im Jahr 2015 besucht, als die Mitgliedsländer der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (CSTO) in Duschanbe einen Gipfel abgehalten hatten.

Bei den jetzigen Gesprächen diskutierten die beiden Staatsoberhäupter Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt des Interesses standen dabei die Bereiche Landwirtschaft, Maschinenbau, Verkehr, Energie und Stromversorgung sowie die Lebensmittelindustrie.

Bisherige Basis der Zusammenarbeit waren im Jahr 2011 geschlossene Vereinbarungen, unter anderem eine zwischenstaatliche Vereinbarung über die langfristige Zusammenarbeit bis zum Jahr 2020, ein Programm für die wirtschaftliche Zusammenarbeit bis 2020 und weitere Branchen-Abkommen.

Im Zuge des Besuchs Lukaschenkos in Duschanbe fand ein tadschikisch-belarussisches Wirtschaftsforum statt, an dem auch Unternehmen aus Afghanistan teilnahmen. Die drei Länder wollen ihre Zusammenarbeit intensivieren. Geplant sind beispielsweise tri- und bilaterale Joint Ventures.

Darüber hinaus wurde eine „Roadmap“ zur bilateralen Zusammenarbeit für die Jahre 2019 und 2020 unterzeichnet. Sie war bereits im Dezember 2017 anlässlich des Besuchs von Rahmon in Minsk initiiert worden.

Belarus und Tadschikistan hatten ihre diplomatischen Beziehungen im Jahr 1996 aufgenommen, ein Jahr später wurde die Botschaft von Tadschikistan in Minsk eröffnet. Die belarussische Botschaft in Duschanbe nahm ihre Tätigkeit im Jahr 2011 auf.

Zwischen 1996 und 2017 wurden mehr als 70 Verträge und Abkommen zwischen den beiden Ländern geschlossen. Gegenwärtig gibt es mehr als 60 bilaterale Dokumente, die die Entwicklung von Kontakten auf politischer, wirtschaftlicher, kultureller und humanitärer Ebene ermöglichen. Laut tadschikischer Seite würden derzeit zwölf Entwürfe bilateraler Dokumente vor einer möglichen Unterzeichnung geprüft.

Die Handelsbilanz der beiden Länder lag 2017 bei 42,9 Mio. USD und war damit mehr als doppelt so groß wie 2016. Das Wachstum setzt sich 2018 fort. Von Januar bis März stiegen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 47 Prozent, die belarussischen Exporte nach Tadschikistan erhöhten sich im selben Zeitraum um 60 Prozent.

Die wichtigsten Exportgüter Weißrusslands nach Tadschikistan sind Traktoren, Zucker, Haushaltsgeräte, Möbel, Fahrzeuge, Medikamente und Rohstoffe für verschiedene Branchen. Die wichtigsten Exportgüter von Tadschikistan nach Weißrussland sind Baumwollfasern und Baumwollgarn sowie Trockenfrüchte.

Minsk und Duschanbe haben eine zwischenstaatliche Kommission für Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bisher fanden elf Treffen statt, die nächste Sitzung der Kommission soll 2018 in der tadschikischen Hauptstadt stattfinden.

Früher, im Oktober 2011 wurde die Handelskammern der beiden Länder auch Business Council gegründet, zur gleichen Zeit und hielt seine erste Sitzung. Der Hauptzweck des Vorstandes - der Ausbau und die Entwicklung von Geschäftskontakten und für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit zwischen Unternehmern, Wirtschaftsförderung auf den Märkten beider Länder und die Anziehungskraft der gegenseitigen Investitionen.