AHK Ukraine in Kiew gegründet

Deutschland
19.10.16 Deutschland, Außenwirtschaft

(dihk) - Die bisherige Delegation der Deutschen Wirtschaft in Kiew ist nun eine Deutsche Auslandshandelskammer (AHK): Im Rahmen des 2. Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforums wurde am heutigen Dienstag in der Hauptstadt des Landes die Deutsch-Ukrainische Industrie- und Handelskammer eröffnet.

"Mit der Gründung der AHK verschmelzen bilateral die Delegation und die Unternehmerschaft vor Ort", erläuterte Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), den Vorgang. "Die Ukraine wird damit genuiner Teil eines weltweiten Netzwerkes und rückt über diese enge Beziehung an die deutsche Wirtschaft auch näher an die EU."

Grundlage für die neue AHK ist ein staatliches Abkommen zwischen der Ukraine und Deutschland, das im Oktober 2015 im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie dem damaligen Premier Arsenij Jazenjuk beim 1. Deutsch-Ukrainischen Wirtschaftsforum in Berlin unterzeichnet worden war.

Die neue Kammer gehört zum weltweiten AHK-Netzwerk, das an 130 Standorten in 90 Ländern vertreten ist. Gleichzeitig ist es die dritte bilaterale AHK in diesem Teil der Welt – nach der Kammergründung in Moskau im Jahre 2007 sowie in Aserbaidschan im Jahre 2012.

Als Selbstverwaltungsorgan der deutsch-ukrainischen Wirtschaft verfolgt sie das zentrale Ziel, Handel und Investitionen in beide Richtungen weiter zu verbessern. So berät die AHK sowohl deutsche Unternehmen, die sich für einen Markteintritt in der Ukraine interessieren oder dort zuverlässige Geschäftspartner suchen, als auch ukrainische Betriebe, die den deutschen Markt in Angriff nehmen möchten.

Gerade rechtzeitig zum Kammerstart gewinnt auch der bilaterale Außenhandel wieder an Fahrt: In den ersten sieben Monaten 2016 stiegen die deutschen Exporte in die Ukraine um ganze 27,3 Prozent, die Importe von dort nahmen um 3,5 Prozent zu. Der Warenaustausch insgesamt lag im Berichtszeitraum um 18,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. Größter Gewinner dieser Entwicklung war der Maschinenbausektor, gefolgt von der Automobilindustrie.