EBRD nimmt nach acht Jahren Arbeit in Usbekistan wieder auf

Usbekistan
28.03.17 Usbekistan, Außenwirtschaft, Banken & Finanzen

(trend) – Bis Ende dieses Jahres wollen Usbekistan und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) eine Kooperationsstrategie für die nächsten vier Jahre entwickeln. Dies erklärte EBRD-Präsident Suma Chakrabarti auf einer Pressekonferenz am 16. März in Taschkent anlässlich eines Besuches in Usbekistan.

Laut Chakrabarti haben die EBRD und die usbekische Regierung eine Absichtserklärung über die Entwicklung einer Länderstrategie unterzeichnet.

„Wir sind sehr erfreut“, Chakrabarti, „dass wir die Arbeit in Usbekistan wieder aufnehmen werden. Das wurde einstimmig von unseren Aktionären unterstützt.“

Während eines Treffens mit dem usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyayev seien die Schwerpunkte der Zusammenarbeit diskutiert worden.

Laut Chakrabarti würde sich diese auf folgende Berieche konzentrieren: Projekte für kleine und mittlere Unternehmen, kommunale Dienstleistungen, die Unterstützung von Reformen im Banken- und Finanzsystem sowie auf dem Aktienmarkt, die Entwicklung der Börse, Verkehr und Infrastruktur sowie den Abbau von Handelsbarrieren.

„Ohne Usbekistan war die Arbeit der EBRD in Zentralasien unvollständig“, betonte Chakrabarti. Die Pause sei weder im Interesse Usbekistans noch der Bank gewesen.

Er lobte auch die aktive Regionalpolitik Usbekistan unter dem neuen Präsident Mirziyayev. Vor allem Projekte zum Ausbau von Verkehrskorridore und Energiesystemen sowie im Umweltbereich könnten nur dann nachhaltig sein, wenn die Länder sie gemeinsam umsetzten.

Zum Direktor der EBRD in Usbekistan wurde Sadik Safayev, Erster stellvertretender Vorsitzender des Senats für internationale und außenwirtschaftliche Beziehungen, ausländische Investitionen und Tourismus ernannt. Direkter Partner vor Ort wir die usbekische Nationalbank für Außenwirtschaft sein.

Während des Besuchs unterzeichneten der EBRD-Präsident und die usbekische Regierung die  Vereinbarung zur Implementierung eines Programms für die Rekultivierung von Uranlagerstätten im Rahmen des EBRD-Fonds für Umweltschutz in Zentralasien.

Usbekistan war der EBRD im Jahr 1992 beigetreten. Laut EBRD waren in den kommenden Jahren 54 Projekte unter anderem in den Bereichen Energie, Transport, Bauwirtschaft, Bergbau umgesetzt worden. Insgesamt wurden durch die EBRD 899 Mio. Euro in Usbekistan investiert. Das letzte Projekt war 2007 abgeschlossen worden.

Im Jahr 2009 lehnte die EBRD weitere Kredite ab. Als Grund nannte man damals die Langsamkeit der usbekischen Regierung bei der Durchführung von Marktreformen.

Derzeit ist die Arbeit der EBRD in Usbekistan auf den Erhalt bestehender Anlageportfolios im Rahmen von acht Mio. Euro für fünf Projekte beschränkt.