Kasachstan erarbeitet neues Programm zur Entwicklung der Agrar- und Ernährungswirtschaft

Kasachstan
19.10.16 Lebensmittelindustrie, Landwirtschaft, Kasachstan

(apd) - Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew erklärte in der erweiterten Sitzung der kasachischen Regierung am 9. September, dass bis Ende 2016 ein neues staatliches Programm für die Entwicklung der Agrar- und Ernährungsindustrie vorzubereiten sei.

Nasarbajew schlug vor, das neue Programm bis Ende des laufenden Jahres auf Basis des Programms „Agrarbusiness 2020“ zu erarbeiten. Prioritäten dieses Programms sollten in erster Linie die Steigerung und Diversifizierung der landwirtschaftlichen Produktion mit dem Schwerpunkt besonders gefragter Produkte sowie die Verarbeitung und der Export verarbeiteter landwirtschaftlicher Produkte sein. Man solle für Produzenten in der Landwirtschaft den Zugang zu Krediten, vor allem zu langfristigen, sichern und ihnen damit Wettbewerbsvorteile ermöglichen.
 
Der kasachische Staatschef betonte, dass es notwendig sei, landwirtschaftliche Kooperationen zu
entwickeln und häusliche Landwirtschaftsbetriebe in die Warenproduktion zu involvieren, da sie die Hälfte des Bruttoprodukts der Landwirtschaft produzierten.

Dazu sollten unter anderem die Möglichkeiten zur Gründung von Dienstleistungs-Bezugsgenossenschaften genutzt und die Infrastruktur für Erstverarbeitung, Lagerung und Vermarktung der Produkte entwickelt werden.

Nasarbajew betonte die Problematik des Bewässerungsanbaus und der demgegenüber stehenden Wasserressourcen. In den nächsten fünf Jahren solle die Bewirtschaftung bewässerter Flächen um mindestens 600.000 Hektar erweitert werden. Dazu müssten allerdings das Landwirtschaftsministerium und die Akime der Regionen die rationelle Nutzung landwirtschaftlicher   Flächen streng kontrollieren. Die Wasserzuführung zu den Bewässerungssystemen solle durch die Modernisierung vorhandener und den Bau neuer Wasserspeicher gesichert werden.

Weiterhin wurde darauf hingewiesen, dass es notwendig sei, das System der staatlichen Subventionen in der Agrar- und Ernährungsindustrie zu verbessern und ineffiziente Subventionsmaßnahmen zu beseitigen. Auch die Themen Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit wurden als prioritäre Richtungen angesprochen.

Zur Umsetzung dieser Aufgaben wurde die Regierung beauftragt, der Agrar- und Ernährungsindustrie bis Ende 2016 zusätzliche Fördermittel in Höhe von 97 Mrd. KZT (etwa 255 Mio. Euro) zur Verfügung zu stellen.