Kirgistan kündigt Zusammenarbeit mit Rating-Agentur Standard & Poor‘s auf

Kirgistan
20.10.16 Kirgistan, Außenwirtschaft, Investitionen & Investoren

(24.kg) - Kirgistan hat die Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Rating-Agentur Standard & Poor‘s aufgekündigt. Laut der kirgisischen Nachrichtenagentur 24.kg wurde dies durch das kirgisische Wirtschaftsministerium bestätigt.

Experten von Standard & Poor‘s hatten Kirgistan im Sommer dieses Jahres besucht und die Bonität des Landes kurz- und langfristig als „B/B“ eingestuft.

Die kirgisische Wirtschaft ist immer noch anfällig aufgrund der volatilen Exportbasis und der starken Abhängigkeit von Überweisungen aus Russland und Kasachstan.

Jetzt wurde bekannt, dass die Regierung die Dienstleistungen der Rating-Agentur nicht mehr in Anspruch nehmen will.

„Wir hatten ursprünglich Vereinbarungen mit beiden internationalen Rating-Agenturen, mit Moody's und Standard & Poor's, geschlossen“, so Kanat Abdrakhmanov, Leiter der Abteilung für Anlagepolitik beim kirgisischen Wirtschaftsministerium gegenüber 24.kg.  „Dies geschah, um zu sehen, ob die Ratings sich unterscheiden. Beide Agenturen haben die Bonität Kirgistans identisch eingeschätzt. In diesem Jahr wurde dies erneut bestätigt.“ Daraufhin habe die Regierung beschlossen, auf die Dienste einer der beiden Agenturen zu verzichten, so Abdrakhmanov.

Künftig wird allein Moody’s die Wirtschaftsleistung Kirgistans bewerten und international einordnen.

Aufgrund welcher Kriterien die Entscheidung für Moody’s getroffen worden sei, teilte die kirgisische Regierung nicht mit.

Auch Moody’s hat bei seinen Rankings immer wieder darauf hingewiesen, dass die Wirtschaft Kirgistans stark von der Goldproduktion und Überweisungen von kirgisischen Arbeitsmigranten aus dem Ausland abhängig sei. Die Regierung müsse so ständig zwischen einer wachsenden Schuldenlast und solider Finanzpolitik balancieren.