Siemens lotet Beteiligung am Bau des Wasserkraftwerks Rogun aus

TadschikistanDeutschland
27.09.17 Elektrotechnik, Energie, Maschinen- und Anlagenbau, Tadschikistan, Deutschland

(asiaplus) – Mitte September besuchte eine Delegation unter Leitung des CEO und Präsidenten von Siemens Russland Dietrich Möller Tadschikistan. Die deutsche Siemens AG zieht eine Beteiligung am Bau des Wasserkraftwerks Rogun und am Bau des überregionalen Energieprojekts CASA-1000 in Erwägung.

Während des Besuchs der Delegation fanden Treffen mit Vertretern der tadschikischen Regierung sowie mit den Partnern des Unternehmens in der Region statt, bei denen aktuelle und potenzielle gemeinsame Projekte im Energiesektor und anderen Industriebereichen diskutiert wurden, teilten die Vertreter von Siemens Russland und Zentralasien mit.

Eine interministerielle Arbeitsgruppe der tadschikischen Seite stellte Möglichkeiten für Siemens im tadschikischen Stromsektor vor. Konkret ging es dabei es um Projekte im Bereich der Energieinfrastruktur und der Modernisierung von Stromnetzen durch die Nutzung von Smart-Grid-Technologien.

Bei dem Treffen mit dem Ersten Vize-Premierminister Tadschikistans, Said Davlatali, wurde besonderer Wert auf die Beteiligung von Siemens am Bau des Wasserkraftwerks Rogun und am internationalen Projekt CASA-1000 gelegt. Bei letzterem handelt es sich um den Bau einer Übertragungsleitung von Tadschikistan und Kirgistan nach Pakistan und Afghanistan.

„Beide Projekte“, so heißt es in einer Pressemeldung von Siemens, „sind von strategischer Bedeutung für die Wirtschaft Tadschikistans. Es wurde vereinbart, eine gemeinsame Systemanalyse der Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit in allen Bereichen durchzuführen, einschließlich der Ausbildung von lokalen Fachkräften und der Unterstützung durch Siemens bei der Suche nach Finanzierungsquellen.“

Die Unternehmensvertreter besuchten das im Bau befindliche Wasserkraftwerk Rogun am Fluss Vakhsh. In naher Zukunft soll hier die Installation von Siemens-Schaltanlagen mit einer Spannung von 220 und 500 kV beginnen. Die erste Bauphase soll im Dezember 2018 beendet sein.

„Ein zuverlässiges und stabiles Energiesystem ist die Grundlage für die Infrastruktur eines Landes und seiner Wirtschaft“, so Siemens-Russland-Chef Möller. – Siemens verfüge über langjährige Erfahrung für die Installation von Anlagen sowie für Lösungen und Dienstleistungen im Energiesektor. „Wir sind uns unserer Verantwortung bei der Einführung der ersten Bauphase von Rogun bewusst und wir verstehen ihre Bedeutung für Tadschikistan. Das CASA 1000-Projekt ist eine weitere Chance für uns, einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung des Energiesektors der Republik zu leisten“, so Möller weiter.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Siemens moderne Stromversorgungsanlagen für Rogun geliefert, darunter zwei Hochspannungsschaltanlagen mit Gasisolierung. Die Anlagen sind mit einem Online-Monitoring-System ausgestattet und können ferngesteuert werden. Die Lebensdauer der Anlagen liegt bei rund 50 Jahren.

Das Wasserkraftwerk rund 100 Kilometer nordöstlich der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe soll eine Kapazität von 3.600 MW haben und wird jährlich 13,3 Mrd. kWh Strom produzieren. Es wird eines der größten Wasserkraftwerke der Welt sein.

Tadschikistan hat auf der Suche nach Mitteln für den Bau von Rogun auf internationalen Märkten Staatsanleihen im Wert von 500 Mio. USD verkauft und erhielt Anfragen für den Kauf von Eurobonds für weitere 4,5 Mrd. USD. Tadschikische Staatsanleihen wurden hauptsächlich an Fondsmanager (85%) verkauft, darunter Investoren aus den USA (38%), Großbritannien (24%), der EU (35%) und Asien (3%).