Tadschikistan: Wirtschaftskrise macht Mitgliedschaft in EAWU wahrscheinlicher

Tadschikistan
28.11.17 Tadschikistan, Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU)

(asiaplus) – Die schwierige wirtschaftliche Situation Tadschikistans könnte zu engeren Beziehungen des Landes mit der Eurasischen Wirtschaftsunion führen (EAWU), prognostiziert ein Länderbericht der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD). Denn so würde Tadschikistan leichter von Finanzhilfen profitieren.

Tadschikistan intensiviert derzeit die Prüfung seiner möglichen Mitgliedschaft in der EAWU. Im Juli dieses Jahres hatte der Leiter des tadschikischen Zolldienstes Abdufattoh Ghoibov bekanntgegeben, dass eine Expertenkommission eine Studie über den möglichen Beitritt Tadschikistans in die EAWU abgeschlossen habe. Konkrete Ergebnisse der Studie wurden bisher nicht veröffentlicht. Ghoibov habe aber, so teilte er Pressevertretern mit, einen positiven Abschluss der Studie der Regierung mitgeteilt.

Im Bericht der EAWU heißt es jetzt, die schwierige gesamtwirtschaftliche Situation und insbesondere im tadschikischen Bankensektor könnten engere Beziehungen mit der EAWU befördern, um in den Genuss finanzieller Unterstützung  zu kommen.

Laut der russischen Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“, die sich auf eine Quelle im Apparat des tadschikischen Präsidenten beruft, se es „weder in diesem noch im nächsten Jahr“ wahrscheinlich, dass Tadschikistan der EAWU beitreten werde. „Die Erfahrung Kirgistans und Armeniens zeigt, dass unsere Republik im Falle der Integration einen Teil ihrer politischen und wirtschaftlichen Souveränität verliert. Dies kann zu Spannungen in den Beziehungen zu Washington und Peking führen“, zitierte die „Nesawissimaja Gaseta“ ihre Quelle, die anonym bleiben wollte. Die Entscheidung liege aber letztlich beim tadschikischen Präsidenten.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte in der vergangenen Woche in einer Rede an einer Universität im aserbaidschanischen Baku erklärt, dass „derzeit die Möglichkeit des Beitritts von Tadschikistan zur EAWU geprüft“ werde.

Mitgliedsländer der 2015 gegründeten Eurasischen Wirtschaftsunion sind Russland, Kasachstan, Armenien, Weißrussland und Kirgistan.