Turkmenische Finanzkrise wird zu Lebensmittelkrise

Turkmenistan
25.12.16 Turkmenistan, Geschäftsklima, Banken & Finanzen

(chrono-tm) - In Turkmenistan entwickelt sich die anhaltende Finanzkrise zunehmend zu einer Nahrungsmittelkrise. Wie das Nachrichten-Portal Chrono-TM berichtet, bildeten sich im ganzen Land lange Schlangen in Lebensmittelgeschäften, um Grundnahrungsmittel wie Öl, Eier Fleisch oder Zigaretten zu bekommen.

Die Behörden des Landes versuchten auf ganz eigene Weise, die Krise, oder vielmehr ihre Symptome zu bewältigen. So hätten die Nachrichten staatlicher Fernseh-Kanäle in den vergangenen Tagen wiederholt über die Fülle billiger Produkte in den Verkaufsregalen berichtet, um von der Krise abzulenken.

Laut Chrono-TM seien den Preisschildern in einigen Geschäften zufolge die Kosten für Lebensmittel tatsächlich gefallen. Tatsächlich aber entsprächen die ausgewiesenen Preise nicht dem Verkaufswert der Waren. So seien beispielsweise Äpfel für fünf Manat angeboten worden, an der Kasse hätten sie dann acht Manat gekostet. Die Verkäufer hätten auf Anfrage hin gesagt, dass sich eine Kommission angekündigt habe, daher hätten sie entsprechende Preise ausweisen müssen.

Händlern sei es verboten worden, ihre Waren zu anderen als den vorgegebenen Preisen zu verkaufen. Daher seien beispielweise Eier vollständig von den Märkten verschwunden, weil niemand mit Verlusten verkaufen wolle.

Viele Produkte, die es kaum noch gäbe, müsse man in den Geschäften bis zu einem Monat im Voraus vorbestellen. Allerdings hätten Kunden wiederholt festgestellt, dass das Haltbarkeitsdatum eben jener Produkte, auf die sie lange hatten warten müssen, bereits abgelaufen gewesen sei.  

Laut Radio Azatlyk sei es Mitarbeitern öffentlicher Behörden und Institutionen unter Androhung von Entlassung verboten worden, in Warteschlangen zu stehen.