Turkmenisches Außenministerium äußert sich zu Gas-Streit mit Iran

Turkmenistan
30.01.17 Öl & Gas, Turkmenistan, Regionalpolitik

(trend) – Nachdem Ende Januar Streit zwischen Turkmenistan und Iran zu gemeinsamen Vereinbarungen über die Lieferung von Erdgas aus Turkmenistan eskaliert war, hat sich nun das turkmenische Außenministerium dazu geäußert.

Grund dafür war eine Erklärung von Hamid Reza Arago, Chef der Nationalen Iranischen Gasgesellschaft (NIGC), in der Arago „finanzielle Unstimmigkeiten“ angeführt hatte.

Das turkmenische Außenministerium stellte klar, dass die turkmenische Seite sich seit Jahren streng an ihre Verpflichtungen aus dem Vertrag über den Kauf von Erdgas gehalten habe, um die ununterbrochene Versorgung des Iran sicherzustellen.

Im Gegensatz dazu habe die NIGC ihrerseits über eine längere Periode das Prinzip „take or pay“ (Abnahme oder Kauf) verletzt. So genannte Take-or-Pay-Verträge, kurz ToP-Verträge, sind Lieferverträge in der Gaswirtschaft, in denen sich der Verkäufer verpflichtet, Gas bis zu einer festgelegten Menge zu liefern, und der Käufer sich verpflichtet, diese Menge zu bezahlen, unabhängig davon, ob er diese Menge auch tatsächlich abgenommen hat.

In Folge der Nichteinhaltung seitens NIGC seien im Rahmen des Vertrages gegenüber dem staatlichen turkmenischen Gasproduzenten Turkmengaz erhebliche finanzielle Verpflichtungen aufgelaufen.

Daraufhin sei Turkmengaz in eine die finanziell und wirtschaftlich schwierige Lage gekommen und gezwungen gewesen, seine Produktion zu verringern und die Lieferung von Gas in den Iran zu beschränken.

Die turkmenische Seite bemühr sich seit einiger Zeit, die Unstimmigkeiten mit NIGC zu lösen, und habe in mehrfachen Gesprächen verschiedene, für beide Seiten akzeptable Lösungen angeboten. Bisher sind die Vorschläge auf iranischer Seite nicht unterstützt worden.

Das turkmenische Außenministerium betonte, dass es sich bei der Darstellung von Hamid Reza Arago um voreingenomme und tendenziöse Aussagen handele, die die Lieferung von turkmenischem Gas in den Iran und die Schuldfrage als einseitig darstellten.

Man wolle die iranische Seite daran erinnern, dass NIGC die Möglich offen stehe, ein internationales Schiedsverfahren zu eröffnen. Zur gleichen Zeit bekräftigte Turkmenistan, dass es zu weiteren Verhandlungen bereit sei, um die Probleme zu beseitigen.