Usbekistan liberalisiert Währungspolitik, Sum wertet ab

Usbekistan
27.09.17 Banken & Finanzen, Usbekistan, Währung

(ozodlik) – Ab 1. Oktober dürfen Usbeken erstmals seit den 1990er Jahren Bargeld in Fremdwährung erwerben. Premierminister Abdulla Aripov gab dies Ende September bekannt. Bisher war der Kauf von Devisen ausschließlich per Überweisung auf internationale Geldkarten möglich.

Die usbekische Regierung geht damit noch einen Schritt weiter bei der Liberalisierung der Währungspolitik. Seit dem 5. September ist es in Usbekistan möglich, Fremdwährungen frei in Wechselstuben zu verkaufen. Der Kauf von Fremdwährung erfolgte seitdem in Banken, allerdings nur  über den Transfer auf internationale Geldkarten.

Allein in der ersten Woche nach der Freigabe hat die Bevölkerung in Banken über 200 Mio. USD und haben juristische Personen etwa 100 Mio. USD eingetauscht.

Auch der offizielle Wechselkurs des usbekischen Sum gegenüber dem US-Dollar hatte sich durch die Freigabe praktisch halbiert und glich sich dem bis dato geltenden Schwarzmarktkurs an. Dies entspricht einer  Abwertung um nahezu die Hälfte. Für einen Dollar erhielt man in der Bank mit dem offiziellen Kurs zuvor 4.200 Sum, seit dem 5. September sind es 8.100.

Die Liberalisierung des Währungskurses gilt als eines der großen Reformprojekte des im Dezember 2016 gewählten usbekischen Präsidenten Shavkat Mirziyoyev.  Ziel ist es, wirtschaftliche Anreize zu schaffen und das Geschäftsklima in Usbekistan investorenfreundlicher zu machen. Diese lang erwartete und von ausländischen Partnern eingeforderte Reform ist ein starkes Signal zur Öffnung des Landes gegenüber internationalen Investoren.