Jörg Hetsch: „EXPO 2017 – Ein großer Erfolg für Kasachstan“

DeutschlandKasachstan
17.10.17 Deutschland, Kasachstan

Die EXPO 2017 Astana, die unter dem Motto „Energy of the future“ stand, kann mit Fug und Recht als Erfolg für Kasachstan verbucht werden, wenn sicher auch die Kosten aus dem Ruder gelaufen sind, aber das kennt man ja von vielen Großprojekten.

Die EXPO fand vom 10. Juni bis 10. September 2017 auf einem eigens errichteten Ausstellungsgelände statt. In diesem Zeitraum besuchten 5,4 Mio. Menschen die kasachische Hauptstadt, davon 2,5 Mio. die EXPO. Etwa eine halbe Million der EXPO-Besucher kam aus dem Ausland, knapp 77.000 der Besucher waren Schüler.

An der EXPO beteiligten sich neben dem Gastgeber Kasachstan weitere 48 Länder mit Ausstel-lungen. Für die ausländischen Aussteller waren insgesamt 14 Pavillons erbaut worden, die von unterschiedlichen Ländern gemeinsam genutzt wurden. Kasachstan war mit einem zusätzlichen eigenen Pavillon „Nur Alem“ vertreten.

Auf der EXPO wurden 140 Lösungen im Bereich der Erneuerbaren Energien präsentiert, 16 davon sollen in Astana zur Anwendung kommen. Während der EXPO fanden 647 Kulturveran-staltungen und 28 Sportwettkämpfe statt.
Auf den erwarteten Besucherandrang hatte man sich gut vorbereitet.

Für die medizinische Betreuung der EXPO-Gäste standen 14 medizinische Einrichtungen zur Verfügung. Im Rahmen der Vorbereitung der EXPO wurden 47 neue Restaurants und 36 neue Hotels eröffnet, die Hotels in Astana verzeichneten während der EXPO eine doppelt so hohe Belegung wie in Nicht-EXPO-Zeiten. Es wurden weiterhin elf neue Straßen fertiggestellt, 44,4 Straßenkilometer rekonstruiert und 50,2 km Wärmetrassen errichtet. Durch die genannten und auch andere Projekte entstanden 5.000 neue Arbeitsplätze in der kasachischen Hauptstadt.

Der Deutsche Pavillon war der mit Abstand am meisten besuchte Pavillon und selbstverständlich auch Ziel der vielen Delegationen aus Deutschland, die zur EXPO anreisten. Höhepunkt war sicherlich der Deutsche Nationentag am 12. Juli, den Bundespräsident Frank Walter Steinmeier mit einer beeindruckenden Delegation besuchte.

Stellvertretend (und keinesfalls vollständig) für andere Delegationen aus Deutschland in der EXPO-Zeit seien genannt:

  • Delegationsreise des Bundeslandes Mecklenburg Vorpommern unter Leitung von Minister Pegel (Energie, Infrastruktur und Digitalisierung )
  • Delegationsreise des Architektenverbandes famab e.V.
  • Delegationsreise des Bundeslandes Sachsen-Anhalt unter Leitung von Minister Willing-mann (Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung)
  • Delegationsreise des AUMA
  • AHK-Geschäftsreise zum Thema „Erneuerbare Energien“

Die EXPO wurde auch als Anlass für die Durchführung von hochkarätig besetzten Tagungen und Konferenzen genutzt. So tagten im Juli in Astana die Deutsch-Kasachische Regierungsarbeitsgruppe Handel und Wirtschaft sowie der Deutsch-Kasachische Wirtschaftsrat.

Die Deutsche Energieagentur dena veranstaltete im Juli gemeinsam mit dem Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft und der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien einen zweitägigen und hochkarätig besetzten „German Energy Dialogue“. Gemeinsam mit dem deutschen Unternehmen netsci richtete die Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien eine Konferenz zum Thema „Integrierte Wasserkooperationen zwischen Deutschland und Kasachstan“ aus.

An dieser Stelle mein ausdrücklicher Dank dem gesamten Team des Deutschen Pavillons, das eine hervorragende Arbeit geleistet hat und trotz sicherlich nicht immer optimaler Umstände stets Kompetenz und vor allen Dinge gute Laune zeigte. Auch der Verband der Deutschen Wirtschaft in Kasachstan besuchte mit einer Mitgliederdelegation im August die EXPO und fühlte sich an diesem Tag durch die Kollegen des deutschen Pavillonteams rundum hervorragend betreut. Die Goldmedaille, die der Deutsche Pavillon am Ende der EXPO erhielt, ist ihr Verdienst.

Der Deutsche Pavillon zeigte auf sehr anschauliche Art und Weise die Möglichkeiten, die deut-sche Unternehmen bei der anzustrebenden Erreichung der Klimaziele 2015 zu bieten haben und es bleibt allen zu wünschen, dass das wichtige Thema der EXPO auch nach Beendigung der Veranstaltung weiter im Fokus Kasachstan bleibt – deutsche Unternehmen stehen hier gern bereit, ihren Beitrag zu leisten.

Jörg Hetsch
Delegierter der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien
Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in Kasachstan