Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft zu Gesprächen in Kasachstan

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13.12.17 Deutschland, Kasachstan

Am 4. und 5. Dezember weilte eine zehnköpfige Delegation des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft in der kasachischen Hauptstadt Astana. Ziel der Reise waren Gespräche mit Spitzenvertretern Kasachstans zur Weiterentwicklung der deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen. Der kasachische Staatspräsident Nursultan Nasarbajew hatte Vertreter des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft persönlich eingeladen.

Der Vorsitzende des Ost-Ausschusses Wolfgang Büchele traf Nasarbajew am ersten Tag des Besuchs  zu einem persönlichen Meinungsaustausch. „Kasachstan stellt sich aktiv auf die Herausforderungen der Zukunft ein und investiert stark in nachhaltige Energiegewinnung, Digitalisierung und den Ausbau der Infrastruktur. Wir sehen hier große Chancen für deutsch-kasachische Kooperationen“, sagte Büchele. „Aber auch in der klassischen Industrie, in der Landwirtschaft und bei der Rohstoffförderung sind die Potenziale für Investitionen enorm.“ Büchele und Nasarbajew vereinbarten, insbesondere die Kooperation mittelständischer Unternehmen beider Länder zu fördern.

Der Ost-Ausschuss-Vorsitzende betonte die Bedeutung einer engeren Zusammenarbeit im eurasischen Raum, für die Kasachstan als Gründungsmitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) eintrete: „Die Möglichkeiten, die sich durch einen größeren eurasischen Wirtschaftsraum ergeben, und dessen Verzahnung sowohl mit dem chinesischen Seidenstraßenprojekt, als auch mit dem EU-Binnenmarkt - dies sind Themen, die für deutsche Unternehmen einen hohen Stellenwert haben“, sagte Büchele. „Deshalb werben wir in Berlin und Brüssel für einen intensiven Dialog zwischen der Europäischen Union und der Eurasischen Wirtschaftsunion.“ Ende 2015 hatte Kasachstan ein erweitertes Partnerschafts- und Kooperationsabkommen mit der EU abgeschlossen.

Auch bei einem Treffen der Ost-Ausschuss-Delegation mit dem kasachischen Premierminister Bakytshan Sagintajew stand die gemeinsame Unterstützung des Mittelstands im Mittelpunkt. Hier interessiert sich die kasachische Seite sehr stark für deutsche Erfahrungen und Förderprogramme. In der Gesprächsrunde, an der auch der kasachische Minister für Investitionen und Entwicklung Zhenis Kasimbek teilnahm, vereinbarte der Ost-Ausschuss zusammen mit der kasachischen staatlichen Investitionsagentur Kazakh Invest die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, die deutschen Investoren für die Abstimmung von Projekten zur Verfügung stehen wird.

Kasachstan ist der mit Abstand wichtigste Handelspartner Deutschlands in Zentralasien und belegt unter den 21 Ost-Ausschuss-Ländern mit einem Handelsumsatz von 3,6 Milliarden Euro (Januar bis September 2017) den fünften Platz. In den ersten neun Monaten 2017 sind die deutschen Ausfuhren nach Kasachstan um 14 Prozent auf 903 Millionen Euro gestiegen. Die Einfuhren von dort kletterten sogar um 29 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Aus Kasachstan importiert Deutschland vor allem Erdöl und Erdölprodukte. Kasachstan ist reich an mineralischen Rohstoffen. Seit 2012 gibt es zwischen Deutschland und Kasachstan eine Rohstoffpartnerschaft, die deutschen Unternehmen die Zusammenarbeit bei Suche und Abbau von Bodenschätzen in Kasachstan ermöglichen soll. Gleichzeitig wird Kasachstan damit der Zugang zu deutscher Technologie eröffnet. Das Rohstoffpotenzial des Landes soll durch Investitionen, Innovationen und Lieferbeziehungen besser genutzt und nachhaltig entwickelt werden.

Gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit mbH (GIZ) und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) setzt der Ost-Ausschuss seit 2012 ein Projekt des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) zur Rohstoffkooperation mit Zentralasien um. Seit Juli 2016 kooperiert der Ost-Ausschuss mit der kasachischen Botschaft in Berlin im Rahmen des Berliner Eurasischen Klubs. In diesem Zusammenhang findet eine Serie von gemeinsam organisierten Konferenzen in Berlin, Brüssel und Astana statt. Die jüngste Konferenz zu den Perspektiven der europäisch-kasachischen Beziehungen fand Anfang Oktober in Brüssel statt.

Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft ist seit 1952 als gemeinsames Organ der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft zentraler Ansprechpartner deutscher Unternehmen für die Märkte Russland, Belarus, Ukraine, Zentralasien, Süd-Kaukasus und Südosteuropa. Er begleitet wichtige wirtschaftspolitische Entwicklungen in den bilateralen Beziehungen mit diesen Ländern und fördert Handel, Investitionen und Dienstleistungstransfers deutscher Unternehmen auf den Märkten der Region.