Logo der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien

Interview mit Bakytzhan Sarsenov, AIFC

  • News

mit dem Leiter des Bergbauprojektes AIFC

Interview AIFC Bakytzhan Sarsenov.png
AHK Zentralasien

Interview mit dem Leiter des Bergbauprojektes AIFC - Bakytzhan Sarsenov

1. Welche Unterstützung erhalten ausländische Unternehmen durch den AIFC? Inwieweit bietet der auf dem englischen Common Law basierende Rechtsrahmen des AIFC ausländischen Investoren und Unternehmen Vorteile gegenüber der kasachischen Gesetzgebung?

Das Internationale Finanzzentrum „Astana“ (IFCA) ist ein Ökosystem für eine transparente und gewinnbringende Geschäftstätigkeit nach internationalen Standards, zur Gewinnung von Investitionen und zur Entwicklung des Finanzmarktes in Kasachstan durch die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen.

 

Das IFCA bietet ausländischen Investoren und Unternehmen eine umfassende Infrastruktur für die Geschäftstätigkeit und die Umsetzung verschiedener Projekte in Kasachstan. Neben der Möglichkeit, Unternehmen im Zuständigkeitsbereich des IFCA zu registrieren, erhalten die Teilnehmer Zugang zu einem gut ausgebauten Finanzökosystem, einschließlich der IFCA-Aufsichtsbehörde und der Astana International Exchange (AIX), einer Plattform für Junior-Bergbauprojekte, dem Zentrum für grüne Finanzen, dem Expat-Zentrum, der IFCA-Akademie, den Luftfahrt- und Finanzhub etc.).

 

Einer der wichtigsten Vorteile der IFCA ist ihr eigenes Rechtssystem, das auf den Grundsätzen des englischen Common Law basiert. Für internationale Unternehmen bedeutet dies, in einem vertrauten und vorhersehbaren rechtlichen Umfeld zu agieren, das ein hohes Maß an Schutz der Anlegerrechte und Transparenz in den Unternehmensbeziehungen gewährleistet. Zusätzliche Sicherheit bieten das unabhängige Gericht der IFCA und das Internationale Schiedsgericht.

 

Für Unternehmen des Bergbausektors dient die IFCF zudem als Plattform zur Kapitalbeschaffung und Partnersuche. Eine dieser Initiativen ist die „Junior Mining Platform“, die auf die Entwicklung eines Finanzierungsökosystems für Junior-Bergbauprojekte in Kasachstan abzielt.

2. Trägt die Junior Mining Platform dazu bei, die Investitionsrisiken zu senken, die üblicherweise mit Projekten in der Explorationsphase verbunden sind? Gibt es bereits erste erfolgreiche Beispiele für die Gewinnung neuer Investitionen bzw. die Einleitung von geologischen Explorationsprojekten dank der Nutzung der Plattform? Wie sollen Finanzierungsmechanismen in Zukunft umgesetzt werden?

Eines der zentralen Probleme bei der Finanzierung von Junior-Projekten ist das Fehlen eines einheitlichen, strukturierten Projektpools, der Investoren zur Verfügung steht. Die Junior Mining Platform wurde genau zu diesem Zweck ins Leben gerufen. Die Plattform sorgt für eine Vorabprüfung und Validierung der Projekte, standardisiert die Anforderungen an die Offenlegung von Informationen und hilft Investoren dabei, qualitativ hochwertigere und besser vergleichbare Daten für ihre Investitionsentscheidungen zu erhalten. Auch wenn die Plattform die mit der Exploration verbundenen geologischen Risiken nicht beseitigt, trägt sie doch dazu bei, die Informationsasymmetrie zwischen Projekten und Investoren zu verringern.

 

Die Plattform wurde im April 2026 gestartet, und derzeit läuft der Prozess der Prüfung und Validierung der eingegangenen Anträge weiter. Wir verzeichnen bereits großes Interesse sowohl seitens der Projektunternehmen als auch seitens lokaler und internationaler Investoren. Ein weiterer wichtiger Meilenstein wird der „Junior Mining Investment Day“ sein, der am 9. September 2026 im Rahmen der „Astana Finance Days“ stattfindet. Im Rahmen dieser Veranstaltung können Investoren die validierten Projekte kennenlernen, sich mit deren Initiatoren treffen und gemeinsam potenzielle Investitionsmöglichkeiten erörtern. Daher ist es noch verfrüht, von abgeschlossenen Investitionsgeschäften zu sprechen, doch bereits jetzt lässt sich ein erhebliches Interesse der Investoren an der Plattform und den dort vorgestellten Projekten feststellen.

 

Im Hinblick auf die Finanzierungsmechanismen könnte die AIX-Börse, die eine spezielle Notierungsregelung für Bergbauunternehmen anbietet, sowohl für etablierte Bergbauunternehmen als auch für Junior-Unternehmen eine potenzielle Quelle für die Kapitalbeschaffung darstellen. Parallel dazu erarbeitet das AIFC alternative Finanzierungsmechanismen, darunter Royalty-, Streaming- und Earn-in-Vereinbarungen, die es Projekten in verschiedenen Entwicklungsstadien ermöglichen, die am besten geeigneten Kapitalquellen zu nutzen.

Suchen Sie etwas Anderes?

In unserem Informationszentrum finden Sie aktuelle Neuigkeiten, Downloads, Videos, Podcasts...

Zum Info Hub