Am 10. Juni 2026 fand das englischsprachige Webinar „Financing and Risk Mitigation for Exports and Investments in Kazakhstan and Uzbekistan“ statt.
Die Veranstaltung wurde von der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien gemeinsam mit PwC, Euler Hermes, DEG sowie Rhenus organisiert.
Ziel des Webinars war es, deutsche Unternehmen über Finanzierungsmöglichkeiten sowie die Absicherung von Exporten und Investitionen gegen politische und wirtschaftliche Risiken in Zentralasien zu informieren.
Wachsende Bedeutung staatlicher Absicherungsinstrumente
Ein zentrales Thema des Webinars waren die sogenannten Investitionsgarantien des Bundes, vorgestellt von Herwig Maaßen (PwC). Diese Instrumente schützen deutsche Direktinvestitionen in Schwellenländern vor politischen Risiken, darunter:
- Enteignung
- Krieg und Unruhen
- Transferbeschränkungen
- Bruch staatlicher Zusagen
Für Kasachstan und Usbekistan bestehen im Rahmen von Diversifizierungs- und Klimastrategien aktuell verbesserte Deckungskonditionen. Insgesamt betrug das Volumen der Investitionsgarantien in Zentralasien Ende 2025 rund 630 Mio. Euro.
Exportkreditgarantien („Hermesdeckungen“) als Schlüsselinstrument
Michael Geske (Euler Hermes) stellte die Rolle der Exportkreditgarantien vor. Diese ermöglichen:
- Absicherung gegen wirtschaftliche Risiken (z. B. Zahlungsausfall)
- Schutz vor politischen Risiken
- Zugang zu günstigen und langfristigen Finanzierungen
In den letzten 15 Jahren wurden Projekte in Kasachstan im Umfang von über 2,2 Mrd. Euro sowie Projekte in Usbekistan von über 2,7 Mrd. Euro abgesichert.
Während Kasachstan stärker auf kurzfristige Geschäfte ausgerichtet ist, liegt der Fokus in Usbekistan auf mittel- bis langfristigen Projekten.
Finanzierungslösungen für Emerging Markets
Ronja Coerdt (DEG) präsentierte Finanzierungsangebote für deutsche Unternehmen in Schwellenmärkten. Die DEG als Teil der KfW-Gruppe verwaltet ein Portfolio von rund 11,7 Mrd. Euro und bietet u. a.:
- Kredite bis zu 10 Mio. Euro (ImpactConnect)
- flexible Finanzierungen, oft ohne zusätzliche Sicherheiten
- Förderprogramme wie develoPPP für Projekte mit Entwicklungswirkung
Projekte in Zentralasien wurden bereits gemeinsam mit Unternehmen wie Knauf und Rhenus umgesetzt.
Praxiserfahrungen aus der Wirtschaft
Ein besonderes Highlight war der Beitrag von Philipp Kuck (Rhenus), der konkrete Erfahrungen mit Investitionsgarantien teilte. Seine Einschätzung: Die Instrumente bieten eine verlässliche Grundlage für Investitionen in komplexen Märkten.
Zentrale Erkenntnisse für deutsche Unternehmen
Aus dem Webinar lassen sich mehrere wichtige Schlussfolgerungen ableiten:
- Staatliche Absicherungsinstrumente spielen eine große Rolle für den Markteintritt
- Die Nachfrage nach Finanzierungslösungen in Zentralasien wächst
- Kasachstan und Usbekistan bieten unterschiedliche, aber attraktive Marktbedingungen
- Die Kombination aus Finanzierung und Risikominimierung erhöht die Erfolgschancen deutlich
Wie AHK Zentralasien unterstützt
Die AHK Zentralasien begleitet Unternehmen bei:
- Vorbereitung von Markteintritten in der Region
- Vermittlung relevanter Kontakte
- Unterstützung bei Unternehmensgründung in Kasachstan und Usbekistan