Am 27. August 2026 fanden in Berlin zwei hochrangige Veranstaltungen zur Vertiefung der deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen statt: die 17. Sitzung des Kasachisch-Deutschen Wirtschaftsrats für Strategische Zusammenarbeit sowie die 16. Sitzung der Kasachisch-Deutschen Regierungsarbeitsgruppe für Handels- und Wirtschaftskooperation.
Im Rahmen der 17. Sitzung des Wirtschaftsrats kamen Vertreter kasachischer Ministerien, nationaler Unternehmen und Wirtschaftsverbände mit führenden deutschen Unternehmen und Finanzinstitutionen zusammen, darunter Siemens Energy, CLAAS, WILO, KNAUF, Deutsche Bahn, Deutsche Bank und die KfW Bankengruppe. Im Mittelpunkt standen neue Investitionsprojekte, die Lokalisierung von Produktion, Technologietransfer, industrielle Kooperation, grüne Technologien, kritische Rohstoffe sowie die Weiterentwicklung der Transport- und Energieinfrastruktur.
Der stellvertretende Außenminister Kasachstans, Alibek Kuantyrow, betonte das anhaltend hohe Interesse deutscher Unternehmen am kasachischen Markt und sprach sich für einen verstärkten Übergang von Geschäftskontakten hin zur Umsetzung konkreter gemeinsamer Projekte aus.
Ebenfalls am 27. August tagte im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die 16. Deutsch-Kasachische Regierungsarbeitsgruppe für Handels- und Wirtschaftskooperation. Die Sitzung wurde von der deutschen Seite durch Gerlind Heckmann, stellvertretende Leiterin der Abteilung Außenwirtschaft, und von kasachischer Seite durch den Vize-Minister für Industrie und Bauwesen Olzhas Saparbekov geleitet.
Diskutiert wurden Perspektiven der Zusammenarbeit in den Bereichen Industrie, Rohstoffe, Logistik, Gesundheitswesen, Wasserwirtschaft, Energie sowie die Verbesserung des Investitionsklimas. Nach Angaben der Nationalen Unternehmerkammer „Atameken“ entfielen 2025 mehr als 80 Prozent des deutschen Handels mit Zentralasien auf Kasachstan. Das bilaterale Handelsvolumen erreichte 4,4 Milliarden US-Dollar. Zudem beläuft sich der Zufluss deutscher Direktinvestitionen nach Kasachstan seit 2005 auf rund 8 Milliarden US-Dollar.
Besonderes Augenmerk galt der Umsetzung der Roadmap für die industrielle, technologische und rohstoffbezogene Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern für den Zeitraum 2026 bis 2028. Beide Seiten bekräftigten ihre Absicht, die wirtschaftliche Partnerschaft weiter auszubauen und neue gemeinsame Projekte in Zukunftsbranchen voranzutreiben.
Die beiden Treffen in Berlin verdeutlichen das starke Interesse beider Länder, die wirtschaftliche Kooperation weiter zu vertiefen und neue Impulse für Investitionen, Innovationen und nachhaltiges Wachstum zu setzen.