Elf deutsche Unternehmen nahmen vom 1. bis 5. Juni am Markterschließungsprogramm (MEP) für die Sektoren Bergbau, Rohstoffe und Bergbautechnik in Kasachstan teil. Die Geschäftsanbahnungsreise wurde von der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien (AHK Zentralasien) in enger Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) organisiert und bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich ein umfassendes Bild von den Potenzialen des kasachischen Marktes zu verschaffen.
Zu der Delegation gehörten Hersteller von Maschinen- und Anlagentechnik, Dienstleistungsunternehmen sowie Investoren, die ein gemeinsames Ziel verfolgten: die Marktbedingungen vor Ort kennenzulernen, Chancen und Herausforderungen eines möglichen Markteintritts zu bewerten und belastbare Kontakte zu wichtigen Akteuren der Branche aufzubauen. Angesichts der wachsenden Bedeutung Kasachstans als Rohstoffstandort stieß das Programm auf großes Interesse.
Den Auftakt der Reise bildete ein Briefing zu den wirtschaftlichen, politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen des Landes. Zu den Gesprächspartnern zählte unter anderem die deutsche Botschafterin in Kasachstan, Monika Iwersen, die den Teilnehmenden Einblicke in die aktuellen Entwicklungen der deutsch-kasachischen Wirtschaftsbeziehungen vermittelte. Im Anschluss fand eine Fachkonferenz statt, auf der hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft über die Zukunft des Bergbausektors diskutierten. Zu den Rednern gehörten der Vize-Minister für Industrie und Bauwesen der Republik Kasachstan, Olzhas Saparbekov, der Vertreter der EU-Delegation in Kasachstan, Johannes Baur, sowie der Geschäftsführer von KazakhInvest, Alzhan Estemesov. Im Mittelpunkt standen Themen wie nachhaltige Entwicklung, Investitionsmöglichkeiten, technologische Modernisierung und die internationale Zusammenarbeit im Rohstoffsektor.
Während ihres Aufenthalts in Astana führte die Delegation Gespräche mit führenden Unternehmen und Institutionen der kasachischen Bergbauindustrie, darunter Tau-Ken Samruk, Kazatomprom und Solidcore Resources. Die Treffen boten wertvolle Einblicke in aktuelle Projekte, Investitionsvorhaben und die langfristigen Entwicklungsstrategien der Unternehmen. Darüber hinaus konnten die deutschen Firmen konkrete Anknüpfungspunkte für mögliche Kooperationen identifizieren.
Der zweite Teil des Programms führte die Delegation nach Karaganda, eine der wichtigsten Industrieregionen des Landes. Dort fand unter anderem ein Austausch mit Shubarkol Premium statt. Darüber hinaus besichtigten die Teilnehmenden die von Kazakhmys betriebene Kupfermine und Aufbereitungsanlage Nurkazgan, die zu den bedeutenden Bergbauprojekten des Landes zählt. Ein weiterer Programmpunkt war die Besichtigung der metallurgischen Anlagen von Qarmet, die einen umfassenden Einblick in die Weiterverarbeitung mineralischer Rohstoffe und die industrielle Wertschöpfungskette Kasachstans ermöglichte.
Dass diese Reise in einer strategisch bedeutsamen Phase stattfand, unterstreicht auch der seit Mitte 2025 existierende Rohstofffonds der Bundesregierung: Kasachstan festigt zunehmend seine Rolle als strategischer Lieferant kritischer Rohstoffe - nicht zuletzt für Europa. Der Fonds fördert Projekte zur Stärkung der Rohstoffversorgung und der Lieferkettenresilienz der deutschen Volkswirtschaft. Die Einblicke und Kontakte, die unsere Teilnehmenden in dieser ereignisreichen Woche gewonnen haben, sind daher auch über die Unternehmensebene hinaus von hoher Bedeutung.